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Tuesday, January 12, 2010

Tourismus gegen die Mafia

Sizilienurlauber sollen in Palermo künftig Mafia-frei essen und einkaufen können. Ein neuer Stadtplan zeigt alle Geschäfte in der sizilianischen Hauptstadt, die sich verpflichtet haben, kein Schutzgeld an organisierte Erpresser zu bezahlen. Das Projekt einer Bürgerinitiative steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen Botschaft in Italien. Am 21. Januar soll die Handreichung für Touristen auf Deutsch erscheinen. Deutsche Touristen, zahlenmäßig die größte Besuchergruppe in Sizilien, könnten durch kritisches Konsumverhalten und ihre Zivilcourage einen Beitrag gegen die Mafia leisten, hieß es. Die Initiative "Addiopizzo" (kein Schutzgeld) hat sich nach Botschaftsangaben als Bürgerbewegung gegen die Mafia durch beharrliche Überzeugungsarbeit und publikumswirksame Aktionen in Italien und international einen Namen gemacht
Urlaub in Sizilien

Wednesday, April 22, 2009

Sizilien kann so verschieden sein, geliebtes Sizilien

ein Urlaub reicht nicht um Sizilien in seiner ganzen Vielfalt kennenzulernen, aber hier sind Sie allerdings verkehrt,wenn Sie Sizilien als Pauschaltourist sehen wollen.. hier ist nichts “ all inclusiv”.. hier müssen Sie selber entdecken, selber erleben, selber staunen, selber sehen, selber sich einfangen lassen von Land und Leuten, Geschrei und Stille, Licht und Schatten, Aromen und Düften, hier müssen Sie einfach nur die Augen öffnen und Momente auf sich einwirken lassen...
.. seien Sie also Vorsichtig !
nicht wegen der MafiA.. sondern weil Sie dem Charm dieser Insel verfallen könnten

geliebtes Sizilien

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Tuesday, November 18, 2008

Corleone Ausflugsziel Sizilien Ferienwohnung

Corleone
ist eine Stadt in der Provinz Palermo in der Region Sizilien in Italien. Der Name Corleone bedeutet Löwenherz. Das Wappen der Stadt zeigt einen aufrechten Löwen auf rotem Grund.
Corleone hat eine lange antike Vorgeschichte, die bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. reicht. Unter römischer Herrschaft hieß Corleone "Animosa Civitas". Durch seine strategisch bedeutende Lage auf halber Strecke der Hauptstrasse von Palermo nach Agrigent war Corleone ein wichtiger Stützpunkt für alle Herrscher Siziliens.
840 wurde Corleone von den Arabern, 1072 von den Normannen erobert, die alle arabischen Bauwerke zerstörten, um christliche Bauten zu errichten. Im 13. Jahrhundert blühte die Stadt auf und wurde zum wichtigsten landwirtschaftlichen Zentrum Siziliens.
Gemeinsam mit Palermo gründete die Stadt ein Bündnis gegen die Herrschaft Karls I. von Anjou und setzte sich für die Unabhängigkeit Siziliens ein. Seit der Sizilianischen Vesper im Jahr 1282 symbolisieren die Farben Rot und Gelb der Flagge Siziliens diese beiden Städte.
Im 17. Jahrhundert verarmte die Bevölkerung auf Grund der erdrückenden Steuerlasten der spanischen Herrscher und die Stadt verlor immer mehr an Bedeutung. Im 20. Jahrhundert geriet Corleone durch die Machenschaften der Mafia immer wieder in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.
In der Gegend Corleones bildete sich ein besonders gefährlicher Clan der Mafia, der viele Mitläufer hatte. Einige der führenden Mafiabosse wurden hier geboren, die bekanntesten sind Salvatore Riina und Bernardo Provenzano.
Viele Mafiosi wanderten nach Amerika aus, um dort ihre Geschäfte weiterzuführen. Im Kampf um die Macht in der Stadt Corleone wurden nach dem 2. Weltkrieg an die 300 Morde im Auftrag des Clans begangen.
Am 11. April 2006 wurde Bernardo Provenzano, Kopf der sizilianischen Mafia, nach über 40 Jahren auf der Flucht in der Nähe Corleones festgenommen. Die Stadt erklärte daraufhin den 11. April zum Gemeindefeiertag und benannte eine Straße um in Via 11 Aprile (Straße des 11. April).Die Stadt Corleone wurde durch den Roman Der Pate von Mario Puzo weltweit bekannt. Der Roman aus dem Jahr 1969 schildert die Ereignisse rund um den fiktiven Mafiaboss Vito Corleone und seinen Clan. 1972 entstand unter der Regie von Francis Ford Coppola der erste Teil einer gleichnamigen Filmtrilogie mit Marlon Brando und Al Pacino in den Hauptrollen. Pacinos Vater stammte aus Corleone.
Im Film kommt der Nachname der Hauptfigur so zustande, dass der junge Vito Andolini bei der Einwanderung in die USA nach seinem Namen gefragt wird, aber nicht antwortet. Bei einem Blick auf den Pass des Jungen verwechselt der Beamte Nachname und Geburtsort, so dass aus Vito Andolini Vito Corleone wird. Im Buch nimmt Vito den Namen an, um sich dauerhaft an seine sizilianische Herkunft zu erinnern. ( Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Corleone )




Friday, October 17, 2008

Mafiafeind Nummer eins: Roberto Saviano

Eine Autobombe gegen einen Schriftsteller? Italiens organisiertes Verbrechen hatte zu diesem Kriegsmittel zuletzt 1992 gegriffen, als der Boss Totò Riina die beiden obersten Mafiajäger Borsellino und Falcone mit gewaltigen Sprengladungen samt den Polizisten der Eskorten in Palermo ermordete. Damals führte diese Herausforderung der Staatsgewalt nicht nur zu einer Volksbewegung gegen die sizilianische Mafia, sondern auch zu einer Verhaftungswelle.

Nun scheint Exponenten der neapolitanischen Camorra wieder die Zeit reif fürs Töten; mindestens neunzehn Opfer forderte allein in den letzten Wochen eine Mordwelle im Kerngebiet von Casal di Principe. Doch das wahrhaft Neue an der Ausrottungspolitik der unter Druck geratenen „Casalesi“ besteht im erklärten Gegner: Es handelt sich nicht mehr um einen Staatsanwalt, einen Polizeipräfekten oder einen Politiker, sondern um den Schriftsteller Roberto Saviano.

Saviano als Hauptursache für die strenge Verfolgung

Der junge Autor hat mit seinem Buch „Gomorra“ die totale Kontrolle des neapolitanischen Territoriums durch die Camorra weltweit zum Thema gemacht; die Verfilmung der verzweifelten Chronik staatlicher Verwahrlosung durch Matteo Garrone steigerte das Aufsehen nur noch. Nun hat die Camorra offenbar begriffen, dass Savianos beharrliche Präsenz in italienischen Medien die Hauptursache der neuerdings strengen Verfolgung darstellt. Gespenstisch etwa wirkte das Zusammenspiel von Saviano und der Polizei zuletzt bei der Arrestierung von drei Killern, die das Umland des Strandortes Castelvolturno tyrannisiert hatten. Allein sechs wahllos hingemähte Schwarze, die in illegalen Fabriken arbeiteten, hatten bei der schwarzafrikanischen Gemeinschaft zu Demonstrationen geführt.

Zum Thema

So funktioniert ein Leben in Angst: „Gomorrha“-Regisseur Garrone über seinen Film
Video-Filmkritik: „Gomorrha“
Es war Saviano, der in der Tageszeitung „Repubblica“ die Chronologie der Verbrechen minutiös zusammenbrachte und auch gleich die Namen der Killer mitlieferte, die - so Saviano damals - „voll Kokain in irgendeinem Schuppen ihre Taten feiern“. Ein paar Tage später konnte die Polizei drei der Genannten tatsächlich bei einer Party festnehmen. Noch nie hat ein Intellektueller ähnlich konkret die kriminellen Verhältnisse in seiner Heimat schildern und polizeiliche Fahndung ähnlich effektiv beeinflussen können wie Saviano. Ein anderer, legendärer Kritiker der mafiosen Gesellschaft wie Leonardo Sciacia, der mit Kriminalromanen über das Sizilien der Nachkriegszeit und prominenten Verfilmungen bekannt wurde, erreichte nie den savianoschen Fotorealismus.

Detailliert beschriebene Strukturen und Geschäftspraktiken

Durch einen Schriftsteller ins Fadenkreuz der Restgesellschaft und deren aufgeschreckter Polizei zu geraten hat Saviano offenbar endgültig zum Camorra-Feind Nummer eins gemacht. Ausgerechnet einer der drei Inhaftierten von Castelvolturno, ein gewisser Oreste Spagnuolo, erzählte bei seiner sofortigen Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft von Sprengstoffkäufen des präsumptiven Bosses Giuseppe Cetola. Diese Information deckt sich mit dem Wissen eines anderen „Pentito“, des in Mittelitalien mit neuer Identität lebenden „Casalese“ Carmelo Schiavone: Er informierte die Polizei, ein spektakuläres Sprengstoffattentat auf Saviano sei auf der Autobahn Rom-Neapel bereits in die „operative Phase“ getreten.

Die Gründe: Saviano hat sich nicht allgemein über die Camorra beschwert, sonder Strukturen und Geschäftspraktiken detailliert beschrieben. Schon bei vereinzelten, schwer bewachten Auftritten Savianos in seiner Heimatstadt Casal di Principe wurde er offen als Mafioso verhöhnt; immer wieder tauchten seither Mordparolen gegen den Autor an Wänden in Neapel auf. Ein anderer Carmelo Schiavone, der unter dem Spitznamen „Sandokan“ bekannte Ex-Chef des Casalesi-Clans, könnte hinter dem Mordbefehl gegen den Schriftsteller stecken. Der als besonders brutal geltende Boss wurde zwar zu lebenslänglicher Haft verurteilt, soll aber auch aus dem Gefängnis noch seine Fäden ziehen. Dafür spricht, dass bei der letzten von mehreren Verhaftungswellen gegen die Casalesi vor zehn Tagen auch seine Frau festgenommen wurde. Danach hat die Regierung Militär für Straßenkontrollen in die industrielle Brache nördlich von Neapel entsandt.

„Anfangs glaubst du nicht, es zu schaffen“

„Sandokan“ mit seiner Villa im Stil des Hollywoodklassikers „Scarface“ war stets Savianos liebstes Studienobjekt. Nun scheint gerade dessen Clan begriffen zu haben, dass sein größter Widersacher nicht mehr die Staatsanwaltschaft ist, sondern die Offenlegung ihrer Existenz durch einen Schriftsteller. Saviano hat erst vor drei Tagen in einem Radiointerview seine Lage erneut öffentlich gemacht: „Anfangs glaubst du nicht, es zu schaffen. Denn du lebst fortwährend im Verdacht, ohne Vertrauen, in Einsamkeit, während die Leute, die dich vorher umgaben, nach und nach verschwinden.“

Saviano, der seit zwei Jahren unter strenger Bewachung leben muss, erzählt, wie er sich dem Boxsport zugewandt hat. Seine Widersacher dort bestehen ausschließlich aus den Menschen, mit denen er jetzt zusammenlebt: Polizisten. Dass es in der Welt draußen für diesen unerschrockenen Intellektuellen ganz andere Gegner gibt, die es mit einem Knockout nicht bewenden lassen, haben die neuesten Enthüllungen ganz Italien vor Augen geführt. F.A.Z.